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Netzwerksicherheit

Wer darf rein, wer muss draußen bleiben? Netzwerksicherheit beginnt nicht bei der Firewall, sondern an jedem einzelnen Port und jedem WLAN-Zugang.

Das Problem: Offene Türen im Netzwerk

Freie LAN-Ports

In den meisten Netzwerken kann jeder ein Gerät an eine freie Netzwerkdose stecken und hat sofort Zugang. In Büros, Praxen, Hotels oder Geschäften sind diese Ports oft frei zugänglich, ein Sicherheitsrisiko, das selten bedacht wird.

WLAN ohne Kontrolle

Ein geteiltes WLAN-Passwort kennt irgendwann jeder. Ehemalige Mitarbeiter, Gäste, Nachbarn. Ohne individuelle Authentifizierung gibt es keine Kontrolle darüber, wer sich verbindet.

Fremde Geräte im Betriebsnetz

Ein unbekanntes Gerät im Netz kann Daten abgreifen, Malware verbreiten oder als Einfallstor für Angriffe dienen. Ohne Zugangskontrolle bleibt das unbemerkt.

Die Lösung: Zugangskontrolle auf Port-Ebene

802.1X-Authentifizierung

Jedes Gerät muss sich ausweisen, bevor es Zugang zum Netzwerk bekommt, egal ob per LAN oder WLAN. Ohne gültige Anmeldedaten oder Zertifikat bleibt der Port gesperrt. Das ist der Industriestandard für Netzwerkzugangskontrolle.

MAC-Filtering

Nur Geräte mit bekannter MAC-Adresse dürfen sich verbinden. Einfach umzusetzen und ein guter erster Schritt, besonders für Umgebungen, in denen 802.1X zu aufwändig wäre. Wichtig zu wissen: MAC-Adressen lassen sich fälschen, weshalb MAC-Filtering allein keinen vollständigen Schutz bietet.

RADIUS-Server

Ein zentraler RADIUS-Server verwaltet alle Zugangsdaten und entscheidet in Echtzeit, ob ein Gerät ins Netz darf und in welches VLAN es kommt. So lässt sich die Zugangskontrolle für das gesamte Netzwerk zentral steuern.

Dynamische VLAN-Zuweisung

Abhängig davon, wer sich anmeldet, landet das Gerät automatisch im richtigen Netzwerk-Segment. Ein Mitarbeiter-Laptop kommt ins Firmennetz, ein Gast-Gerät ins Gäste-WLAN, vollautomatisch.

WLAN-Verschlüsselung und VLAN-Absicherung

WPA3 / WPA2-Enterprise

Ein starkes WLAN-Passwort allein reicht nicht. Mit WPA2-Enterprise oder WPA3 authentifiziert sich jeder Benutzer individuell, und gemeinsame Passwörter gehören der Vergangenheit an. Damit ist auch nachvollziehbar, wer wann verbunden war.

Firewall-Regeln zwischen VLANs

Netzwerk-Segmentierung per VLAN ist nur die halbe Miete. Ohne Firewall-Regeln zwischen den Segmenten können Geräte im Gäste-VLAN unter Umständen trotzdem auf das Firmennetz zugreifen. Klare Regeln definieren, welcher Traffic zwischen VLANs erlaubt ist und welcher nicht.

Weitere Schutzmaßnahmen

DHCP Snooping

Verhindert, dass jemand einen eigenen DHCP-Server ins Netz bringt und damit den gesamten Datenverkehr umleiten kann.

Dynamic ARP Inspection

Schützt gegen ARP-Spoofing, also Angriffe, bei denen sich ein Gerät als Gateway ausgibt, um Traffic mitzulesen.

Port Security

Begrenzt die Anzahl erlaubter Geräte pro Port. Wird ein unbekanntes Gerät angesteckt, wird der Port automatisch gesperrt.

Client Isolation

Geräte im gleichen Netzwerk können sich gegenseitig nicht sehen. Besonders wichtig in Gäste-WLANs, Hotels und Coworking-Spaces.

Firmware-Updates der Netzwerkgeräte

Switches, Access Points und Router haben eigene Software, die regelmäßig aktualisiert werden muss. Bekannte Sicherheitslücken werden durch Updates geschlossen. Wer nicht patcht, lässt die Tür offen.

Das Ergebnis

  • Nur autorisierte Geräte erhalten Netzwerkzugang, über LAN und WLAN.
  • Fremde Geräte werden automatisch blockiert oder ins Gäste-Netz umgeleitet.
  • Zentrale Verwaltung aller Zugänge über einen RADIUS-Server.
  • Automatische VLAN-Zuweisung je nach Gerät oder Benutzer.
  • Volle Transparenz darüber, welche Geräte im Netzwerk sind.

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